Wir möchten, dass sich die Kinder im Steglitzer Kinderkreisel wohlfühlen und später noch gerne auf ihre Kindergartenzeit zurückblicken. Die Eltern sollen das gute Gefühl haben, ihr Kind liebevoll betreut zu wissen. Durch die überschaubare Größe der Einrichtung und durch die im Verhältnis zu staatlichen Einrichtungen gute Personalausstattung können die Erzieherinnen den Kindern als vertraute und verlässliche Bezugsperson emotionale Zuwendung, Schutz und Geborgenheit geben. Regelmäßige Abläufe im Kindergartenalltag bieten unseren Kindern Halt und Sicherheit.
Der Kinderkreisel teilt sich in 3 altersgemischte, halboffene Gruppen à 13 Kindern mit je zwei festen Gruppenerzieherin auf. Die Zugehörigkeit zur roten, gelben oder blauen Gruppe gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit. Die Mahlzeiten und einige Aktivitäten (Musikkreis, Turnen, Schwimmen, Übernachtung, Gruppenreise) finden innerhalb der Gruppe statt, andere Aktionen (Drachenfest, Laternenfest, Sommerfest, Geburtstag feiern) und insbesondere das freie Spielen sind gruppenübergreifend.
Ziel unserer Arbeit ist es die Kinder zu selbständigen und selbstbewußten Menschen zu befähigen und Wissen, Sprache und andere Fähig- und Fertigkeiten zu vermitteln. Hierfür nutzen wir Erzählrunden während der Mahlzeiten (Kommunikationsfähigkeit), schaffen Zeit und Platz für freies Spielen (soziale Kompetenz), und bieten einen Musikkreis (Rhythmik, Motorik), Turnen und Schwimmen; wir kochen, backen, basteln, malen, gärtnern und vieles mehr. Höhepunkte wie das Drachen- und Laternenfest, Übernachtungen im Kindergarten, die fünftägige Kindergartenreise ins Berliner Umland sind Aktivitäten, an die sich Kinder und Eltern noch lange erinnern.
Die Vorschulerziehung gehört im Steglitzer Kinderkreisel vom ersten Tag an dazu: Beim Frühstück werden z.B. Mengen erfasst, Farben, Formen, Obst- und Gemüsesorten etc. gelernt; aktuelle Themen, die unsere Kinder beschäftigen, werden dabei aufgegriffen und vertieft. Es gibt keine speziellen Vorschulgruppen, da diese unserem Konzept der altergemischten Gruppen widersprechen.

Pädagogische Schwerpunkte
Unsere Schwerpunkte: Inklusion, Bewegung, Musikkreis, Mahlzeiten, Yoga.
Inklusion
Jedes Kind hat seine eigene Biografie
Es ist so anzunehmen, ihm mit Herzenswärme und Interesse zu begegnen –
das ist Inklusion!Für sein individuelles Glück Sorge zu tragen –
das ist Inklusion!Ihm die allerbesten Voraussetzungen für eine freie Entfaltung zu schaffen –
das ist Inklusion!Ihm sein eigenes Tempo zu gewähren –
das ist Inklusion!Nicht mehr und nicht weniger.
In Anlehnung an Mariele Diekhof
In der Gemeinschaft werden alle Kinder mit ihren Stärken und Schwächen als eigenständige Personen gesehen, als Kinder, die einen Anspruch darauf haben, ernst genommen zu werden in all ihren Bedürfnissen und Wünschen. Eine Atmosphäre, in der soziales Lernen und die Akzeptanz des Anderen groß geschrieben wird, empfinden wir als unschätzbaren Vorteil eines Integrationskindergartens. Auf der Grundlage unseres integralen Selbstverständnisses nehmen Kinder mit besonderen Bedürfnissen an allen Bereichen des Alltags teil, Aktivitäten und Ausflüge werden so geplant, dass alle Kinder daran teilnehmen können. Kinder lernen im Miteinander eigene Stärken und Schwächen einzuschätzen und zu akzeptieren. Sie bieten sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung an. Eine besondere Betreuung von einzelnen Kindern ist in Kleingruppen auch gruppenübergreifend möglich.
Inklusion wird als gemeinsame Verantwortung aller Mitarbeiter*innen angesehen. Die personellen Ressourcen sind gesichert, die Pädagog*innen sind als Facherzieher*innen für Integration, Heilpädagog*in oder Erzieher*in mit heilpädagogischem Schwerpunkt qualifiziert. Grundsätzlich sind alle Kolleg*innen mit den besonderen Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien vertraut.
Bewegung
Bewegung bildet die Grundlage für vielseitige Lernprozesse und ist Voraussetzung für die Entwicklung kognitiver, emotionaler, sozialer und sprachlicher Fähigkeiten. Sie fördern insbesondere die Bildungsbereiche Gesundheit, Sprache und Kommunikation. Daher ermöglichen wir jedem Kind im Rahmen regelmäßig stattfindender Gruppenaktivitäten besondere Anreize.
Das Turnen im Parkettzimmer beginnt mit einem gemeinsamen, ritualisierten Bewegungslied. Je nach Anlass und Situation werden von den Pädagog*innen bspw. Bewegungsspiele und Tänze durchgeführt, sowie Parcours aufgebaut, um so gezielt motorische Kompetenzen zu entwickeln. Darüber hinaus lernen Kinder auch hier, eigene Bedürfnisse und Wünsche einzubringen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
Nach dem Turnen wird gemeinsam geduscht. Dadurch wollen wir die Kinder ermutigen, ihren eigenen Körper kennenzulernen und zu pflegen. Sie lernen, Verantwortung für ihren Körper zu übernehmen und ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Es ist uns wichtig, einen unbefangenen Umgang mit Nacktheit und dem jeweils anderen Geschlecht vorzuleben. Wir fördern so die gesunde Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität der Kinder. Außerdem lernen die Kinder, sich selbstständig an- und auszuziehen.
Die pädagogischen Ziele des Turnens finden sich auch beim Schwimmengehen wieder.
Wir fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Schwimmbad (im Moment nutzen wir das Schwimmbecken des SPZ), das für diesen Zeitraum ausschließlich unserer Gruppe zur Verfügung steht. Im Vordergrund steht für uns dabei die Wassergewöhnung und der angstfreie Umgang mit dem Element Wasser. Mit der Erfahrung, sich eigenständig im Wasser bewegen zu können, ermöglichen wir es den Kindern sich als selbstwirksam zu erleben.
Alles, was die Kinder für das Schwimmen benötigen (Badebekleidung, Schwimmhilfen, Pflegeprodukte, Handtücher usw.) stellt der Kindergarten einheitlich für alle Kinder bereit. Den Transfer zum und vom Schwimmbad übernimmt je ein Elternteil.
Musikkreis
Musik ist für viele Kinder und Erwachsene eine Quelle für reiche Empfindungen und großen Genuss. Mit dem Musikkreis fördern wir insbesondere die Bildungsbereiche Musik, Sprache und Kommunikation. Das Musizieren im Parkettzimmer beginnen wir gemeinsam mit einem ritualisierten Lied. Die Kinder lernen verschiedene Instrumente und Lieder kennen. Dabei setzen sie, zusätzlich zu den Instrumenten, ihre Stimmen sowie den Körper ein und entwickeln so ein Gefühl für Melodie und Rhythmus. Dem Jahresablauf entsprechend singen und tanzen wir dazu passende Lieder.
Der Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit liegt darin, den Kindern die Freude am Singen, Tanzen und an der Bewegung zu vermitteln. Wir wünschen uns, dass sie mit Zutrauen und Selbstbewusstsein musizieren und tanzen und sich nach Rhythmen phantasievoll bewegen.
Mahlzeiten
Eine ausgewogene, vielseitige und gesunde Ernährung unserer Kinder ist uns sehr wichtig. Besonders in den ersten Lebensjahren prägen Kinder Ernährungsgewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen aus, die sie oft ihr Leben lang begleiten.
Der ganzheitliche Blick auf das Essen und Trinken reicht über den ausgewogenen und vollwertigen Speiseplan hinaus. Er richtet sich auch darauf, welche vielfältigen sozialen, emotionalen und kulturellen Erfahrungen Kinder über das Essen und Trinken machen. Essen im Kindergarten ist sinnliches Erleben, Genuss, Gefühl, Austausch, Ritual und Bildung gleichermaßen. So lernen die Kinder am Vorbild der Pädagoginnen gesundes Essverhalten. Jedes Lebensmittel, das gemeinsame Einnehmen und jedes Gespräch zur Mahlzeit bieten eine Lerngelegenheit, wie es auch in der Familie sein sollte. So besprechen wir beim gemeinsamen Frühstück die Themen der Kinder, was sie erlebt haben und was sie bewegt, wir planen und besprechen gemeinsame Aktivitäten, wir erlernen die Wochentage, wir üben das Zählen, das Erfassen von Mengen, das Teilen….
Daher sehen wir die Mahlzeiten bei uns als einen wichtigen Faktor bei der Gestaltung unseres Alltages und unterstützen damit insbesondere die Bildungsbereiche Gesundheit, soziales und kulturelles Leben, Kommunikation und Sprache, Natur sowie Umwelt.

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Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen
Wir sehen die Beobachtung als unabdingbare Grundlage unserer Arbeit, die tagtäglich und in jedem Moment passiert. Uns ist es wichtig, die Kinder individuell wahrzunehmen und mit situativen Angeboten auf ihre Interessen zu reagieren.
Mindestens einmal im Jahr beobachten wir jedes Kind gezielt in verschiedenen Situationen, z. B. beim Spielen alleine und im Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen. Im Teamgespräch innerhalb einer Gruppe tauschen sich die Pädagogen*innen über ihre Beobachtungen aus und nutzen dazu folgende Leitfragen:
- Wie fühlt sich das Kind in der Gruppe und im Kindergarten?
- Wie verhält es sich in Spielsituationen?
- Mit was, mit wem und wie spielt es?
- Womit beschäftigt es sich?
- Gibt es Ängste oder Unsicherheiten?
- Wie beschäftigt es sich alleine?
- Wie erleben wir das Kind insgesamt?
Gibt es Besonderheiten (bspw. besondere Stärken, Lernwege oder Vermeidungen), so tragen wir diese Beobachtung in die wöchentliche Teamsitzung. Die Pädagog*innen deuten die Beobachtungen und Geschehnisse gemeinsam, um möglichst schnell zu reagieren und das Kind zu begleiten. Durch die gezielte Beobachtung können u.a. Entwicklungsschritte wahrgenommen und dokumentiert werden. Unsere Sprachlerntagebücher bieten dazu eine gute Grundlage. Diese gestalten wir gemeinsam mit den Kindern, um aktuelle Fotos, Erinnerungen, Zeichnungen und Erzähltes zu verewigen. Die Ordner stehen für die Kinder frei zugänglich in den jeweiligen Gruppenräumen. Unsere Dokumentationen und Beobachtungen dienen uns sowohl als Grundlage für die Alltagsgestaltung (pädagogische Angebote), als auch als Unterstützung und Vorbereitung für die jährlichen Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Für die Transparenz unserer Arbeit mit den Kindern gibt es einen Wochenplan am Whiteboard, mit dem sich Eltern über wiederkehrende Gruppenaktivitäten im Kinderkreisel informieren können. Außerdem hängen in den Gruppenräumen Fotos und Kunstwerke ihrer Kinder zu aktuellen Themen aus.

Regeln und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder
In einer großen Gemeinschaft geben Regeln Orientierung. Grundregeln zu Sicherheit, Gesundheit und Hygiene legen die Pädagog*innen fest; Regeln des täglichen Zusammenlebens (Tisch-, Spiel- und Umgangsregeln) werden gemeinsam mit den Kindern entwickelt und können je Gruppe variieren. Die Kinder lernen, Regeln zu benennen, zu erklären und einzuhalten, sich selbst zu reflektieren und Konsequenzen einzuschätzen.
Kinder können jederzeit Anregungen, Fragen, Wünsche, Unmut und Beschwerden an alle anwesenden Erwachsenen richten — im Einzelgespräch oder in der Gruppe. Gemeinsam werden passende Lösungen gefunden; themenabhängig werden Anliegen in der Teamsitzung besprochen.
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Übergang in die Grundschule – Schulvorbereitung von Anfang an
Das letzte Jahr vor dem Schuleintritt ist bedeutsam. Bereits ab dem ersten Tag begleiten wir die Kinder darin, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen zu erkennen und zu äußern. Die Erfahrung, in einer altersgemischten Gruppe angenommen zu werden, gibt Sicherheit für neue Lebenssituationen. Durch besondere Aufgaben (für die Gruppe etwas erfragen, herausfinden, erledigen) werden die Kinder im letzten Kita-Jahr als zukünftige Schulkinder wahrgenommen und übernehmen mehr Verantwortung.
Schulkooperation: Es gab verschiedene Besuche und Kooperationsversuche mit umliegenden Grundschulen. Die Zusammenarbeit wird dadurch erschwert, dass Kinder eines Jahrgangs oft auf 5–8 verschiedene Grundschulen verteilt sind. Aktuell wird mit einer Grundschule eine Zusammenarbeit angebahnt.